Schwimmbad – da hört der Spaß auf …

Wer seine Freizeit gerne im Schwimmbad verbringt, vorzugsweise mit den kleinen Kindern, sollte sich vielleicht einmal Gedanken darüber machen, was die dort eingesetzten Chlorverbindungen anrichten können.

Natürlich möchte ich niemandem den Spaß verderben, aber die Fakten sind mir einfach zu ernst, so dass ich hier doch mal warnen möchte. Persönlich bin ich auch betroffen: Ich gehe seit Jahren in kein Schwimmbad mehr, habe sogar ein ärztliches Attest, das mich davon befreit, in meiner Arbeit mit Jugendlichen den Schwimmunterricht zu begleiten. Denn bei einem Aufenthalt im Schwimmbad bekam ich immer starke Kopfschmerzen von der Luft, abgesehen von den entzündeten Augen vom Wasser, was man ja üblicherweise schon als ganz normal ansieht.

Das Umweltbundesamt (UBA) warnte sogar davor, mit Kindern unter zwei Jahren zum Babyschwimmen ins Hallenbad zu gehen. „Kleinkinder unter zwei Jahren sollten nicht mehr zum Babyschwimmen in gechlorte Bäder gebracht werden, wenn Familienmitglieder unter Asthma oder Heuschnupfen leiden. Denn hohe Konzentrationen an den Reaktionsprodukten in der Schwimmbadluft, sogenannten Trichloraminen, würden womöglich das Risiko der Kinder erhöhen, an Asthma zu erkranken.“  Zitat: ZEIT Wissen Nr. 02/2011

Wikipedia: „Der typische Hallenbadgeruch kommt nicht vom freien Chlor, sondern vom gebundenen Chlor, dem sogenannten Chloramin. Harnstoff, Kreatinin, Aminosäure und andere stickstoffhaltige Verbindungen (vorrangig aus Schweiß und Urin) verbinden sich hierbei mit dem Chlor. Ca. 95% des Harnstoffgehaltes wird durch Urin ins Wasser eingebracht. Pro Badegast rechnet man mit ca. 25 bis 30ml Urin.[3]
Eine weitere Verbindung neben den Chloraminen sind die Chlor-Kohlenstoffverbindungen wie z.B. die leicht flüchtigen Thrihalogenmethane (THMs)

Ich habe für mich ausgetestet, dass ich hauptsächlich auf die THMs reagiere. Aber die Gefahren sind vielfältig.

Zitat: ZEIT Wissen Nr. 02/2011: „Noch beunruhigender als die UBA-Warnung ist eine neue Studie, die die Schwimmbadchemie mit krebserregenden Stoffen in Verbindung bringt. 600 bis 700 verschiedene Substanzen könnten entstehen, wenn Chlor mit organischem Material Haare, Schuppen, Urin – reagiere, sagt Manolis Kogevinas vom Städtischen Institut für medizinische Forschung in Barcelona , »eine Reihe von ihnen kann das Erbmaterial verändern und so theoretisch auch Krebs auslösen«. In öffentlichen Schwimmbädern ließen er und ein internationales Forschungsteam 49 gesunde Freiwillige rund 40 Minuten lang in einem gechlorten Becken schwimmen und ermittelten vorher und nachher die Konzentration bestimmter Biomarker im Blut, die auf krebserregende Stoffe hinweisen. Das Ergebnis: Die Konzentration von Trihalogenmethanen zum Beispiel war nach dem Schwimmen im Schnitt siebenmal höher als vorher. Auch stieg in bestimmten Blutzellen die Zahl von Mikrokernen an – ein Zeichen für erbgutschädigende Mechanismen, die unmittelbar vorher ausgelöst wurden.“

Chlor mit seinen verschiedenen Verbindungen findet sich mittlerweile an vielen Orten, in vielen Produkten und zwangsläufig in unserem Körper.

Folgende Zusammenfassung finden wir in dem Ausschnitt einer Greenpeace-Studie bereits im Jahr 1995: (www.oekorecherche.de/sites/default/files/publikationen/vollchlor.pdf)

„In den 60er Jahren begann die beispiellose Karriere der Allround-Chemikalie Chlor: Die Produktion des gelben Gases hat sich seither verfünfzehnfacht. Chlor wird von der chemischen Industrie zur Herstellung von ca. 11.000 verschiedenen chlororganischen Chemikalien benutzt. Jährlich gelangen davon mehrere Millionen Tonnen in die Umwelt. Chlororganika sind meist schwer abbaubar und reichern sich stark im Körper von Mensch und Tier an. Heute finden Toxikologen im menschlichen Körper fast 200 Stoffe der Chlorchemie – in der Muttermilch, im Fettgewebe, im Sperma, im Blut…. Diese Chemisierung des Menschen mit den meist naturfremden Chlorchemikalien hat Folgen. Die Studie „Chlor macht krank“ fasst den aktuellen Stand der Forschung über die außerordentlich umfassende Giftwirkung von Chlorchemikalien auf die menschliche Gesundheit zusammen: Chlorgifte können Krebs, Unfruchtbarkeit, Missbildungen bei Kindern, Hormonstörungen, Immunschäden, Schäden des Nervensystems und Schädigungen verschiedener Organe hervorrufen. Durch das hohe Anreicherungsvermögen der Chlorgifte summieren sich auch kleinste Konzentrationen zu gefährlich hohen Körperbelastungen. Nicht nur besonders exponierte Menschen, auch der Durchschnittsbürger ist der chronischen Langzeitvergiftung durch diese Stoffe ausgesetzt. Besonders gefährdet sind Kinder, die während der Entwicklung im Mutterleib und der Stillphase oft hohen Giftkonzentrationen ausgesetzt sind, die von der Mutter auf das Kind übergehen.“

In Anbetracht dieser erschreckenden Zahlen gilt es wirklich zu bedenken, ob wir unsere Kinder und uns selbst noch der giftigen Luft in einem gechlorten Badeland aussetzen möchten.
Es gibt meines Wissens nur wenige Schwimmbäder, die darauf verzichten, Chlor einzusetzen, weil andere Methoden teurer sind. Schade, es gibt wirklich gute Alternativen. Im Freibad Stadensen z.B. wird mit Erfolg Frequenz- bzw. Informationstechnologie eingesetzt. Wie schön wäre es, wenn andere Schwimmbadbetreiber sich mal damit beschäftigen würden.

Erfreulicherweise naht der Sommer, wo man sich gerne an natürlichen Gewässern aufhält und Große sowie Kleine unbelastet planschen können.

Ich freue mich schon drauf. Bald kann der Spaß beginnen!

Herzlichst,

deine Folkhild

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